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Sonderausstellung: Schatz und Schutz – Vom Keuschheitsgürtel zum Sargschlüssel

Die Schell Collection zu Gast auf Burg Forchtenstein, Privatstiftung Esterhazy.

12. April bis 31. Oktober 2018.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog

Wer einen Schatz besitzt möchte diesen auch beschützen. Das eine bedingt hier das andere. Große Mühe muss aufgewandt werden um einen Schatz sein Eigen zu nennen.

Viele stellen sich unter einem Schatz etwas Kostbares vor. Zum Beispiel ein Objekt mit Gold und Diamanten bestückt oder ein beachtliches Barvermögen. Und doch kann ein Schatz auch etwas Immaterielles sein, wie zum Beispiel die Ehre. Ist heute in Europa die Ehre kaum noch schützenswert, wurden auch hier vor Jahrhunderten Duelle und Kriege deswegen entfacht.

Im Märchen war ein Schatz fast immer in einer fest verschlossenen Truhe oder Kiste verborgen. Es galt für den Helden diese Truhe zu finden – das war mit dem Bestehen vieler Abenteuer verbunden. Danach konnte die Truhe geborgen werden und dann kam der letzte Akt, das komplizierte Öffnen dieser Truhe. Auch hier konnte noch allerlei schiefgehen – das „Zauberwort“ war vergessen worden, die Gier übermannte den Helden oder boshafte Geister versuchten ein letztes Mal das Gute zu verhindern.

Der Alltag der einfachen Leute, aber auch der reichen Bürger und des Adels sah nicht viel anders aus als im Märchen. Egal welchen Schatz wer angehäuft hatte oder welcher Reichtum ihm oder ihr zugefallen war – neidige Mitmenschen, neugierige Dienstboten, böse Verwandtschaft – alle sie versuchten ebenfalls ein Stück vom Schatz zu erhaschen.

Und hier kamen die Schlosser auf den Plan. Schon früh versuchten diese, die Schlösser der Auftraggeber, durch verschiedene zusätzliche Verschlüsse und Vexiere noch sicherer zu machen. Neben dem eisernen Material das kaum aufzubrechen war, kam der Zeitverlust für das Suchen des Schlüsselloches hinzu.

Schutz bot neben dem ordentlichen Schloss auch eine feste Behausung – im besten Fall eine Burg – wie wir sie hier in Forchtenstein sehen. Stehend auf einem Felsen, umgeben von schroffen Wänden und einem Burggraben, zusätzlich gesichert durch eine Zugbrücke und verbarrikadiert durch sehr dicke, hölzerne Tore die mit Eisenbeschlägen gesichert sind.

Burg Forchtenstein bietet Schutz und Zuflucht– das hat auch die Familie Esterhazy erkannt, die auf der Burg, gesichert durch einen Geheimgang, ihre Schatzkammer untergebracht hat. Nicht viel besser konnte ein Schatz geschützt werden.

Die Ausstellung der Privatstiftung Esterhazy gemeinsam mit der Sammlung Schell geht der Verbindung von Schutz und Schatz, auf den Grund. Mehr als 150 Objekte werden im zweiten Stock der Burg Forchtenstein ab April 2018 zu bestaunen sein. Zu sehen sind hochrangige Exponate aus allen Epochen und diversen Materialien wie Reliquienschreine, Minnekästchen, Schatztruhen und vor allem Kunstkammerobjekte.