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Das war der Österreichische Museumstag 2026

Auch in diesem Jahr war die Schell Collection beim Österreichischen Museumstag durch das wissenschaftliche Team, nämlich Jasmin Längle, Julia Stegmann und Laura Müller vertreten. Jährlich kommt ein anderes Bundesland als Gastgeber zum Zug und der 37. Österreichische Museumstag hat diesmal von 14.-16. Oktober in Eisenstadt im Burgenland unter dem Thema „Vielstimmig! Museen als Resonanzräume“ stattgefunden. Anlass war das 100-Jahr-Jubiläum des Burgenländischen Landesmuseums, dessen Team großartige Arbeit bei der Vorbereitung und Umsetzung geleistet hat.

Verleihung des Österreichischen Museumsgütesiegels

Wie gewohnt begann die Tagung am Mittwoch mit der ICOM-CECA-Konferenz, bei der sich alles um das Thema der Vermittlung drehte. Der Fokus lag diesmal darauf, wie Sprache die Erfahrung im Museum prägen kann. Vormittags fanden deshalb vier Vorträge statt, danach konnten sich die Vortragenden bei einer Podiumsdiskussion austauschen und das Publikum bekam die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Der Logopäde und Deutschlehrer Ali Dönmez hat über Sprachprestige und die Bewertung von Sprachen, je nachdem wer sie spricht, vorgetragen. Martina Ranner von der Beratungsstelle LIFEtool sprach über unterstützte Kommunikation und Symbole im öffentlichen Raum, um Teilhabe für alle zu gewährleisten. Stimm- und Atemtrainerin Helga Diem fokussierte sich auf die Wirkung von Körpersprache und zuletzt gab Monika Holzer-Kernbichler, Leiterin des Vermittlungsteams im Kunsthaus Graz, ihren Vortrag zu geschriebener Sprache im Museum zum Besten.
Der Nachmittag wurde mit der Vorstellung diverser Projekte zum Thema Sprache und Vielstimmigkeit in einem „Speed Dating“-Format ausgefüllt, bei dem unter anderem das Vorarlberg Museum, das Technische Museum Wien oder das Graz Museum ihre aktuellen Konzepte vorstellen konnten.

Abends folgte die Verleihung des Österreichischen Museumsgütesiegels, bei der auch wieder viele steirische Museen ausgezeichnet wurden.

 

Am Donnerstag begann dann der offizielle Museumstag. Nach einer Begrüßung durch Johanna Schwanberg und Matthias Beitl (ICOM Österreich), Margit Fröhlich (Leiterin Burgenländisches Landesmuseum) und Claudia Priber (Kulturbetriebe Burgenland) folgte die Keynote Speech von Andreas Krištof. Unter dem Titel „Wie Museen erzählen (können)!“  plädierte Krištof dafür, dass Museen ihre gesellschaftliche Verantwortung nicht in vermeintlicher Neutralität suchen, sondern historische Fakten klar benennen und Raum für unterschiedliche Erfahrungen bieten. Museen müssen hinterfragen, wer erzählt, wer gehört wird und wer darüber entscheidet.

Darauf folgten Objektgespräche, bei denen die Teilnehmer:innen des Museumstags die Möglichkeit hatten, verschiedene Objekte von unterschiedlichen Institutionen aus der Perspektive der Vielstimmigkeit zu betrachten. Auch die Schell Collection war hier mit einem Objekt vertreten, nämlich mit einem eisernen Keuschheitsgürtel aus dem 19. Jahrhundert, der schon seit Jahrzehnten bei uns im Museum ausgestellt ist und auch Teil der nächsten Sonderausstellung 2027 sein wird.

Am Nachmittag fanden mehrere Dialoge zwischen Museen statt, die laufende und vergangene Projekte zum Thema „Objekte, Räume und Erfahrung“ vorstellten. Die Dialoge erfolgten zwischen dem Dom Museum Wien und der Römerstadt Carnuntum, dem Technischen Museum Wien und der Alban Berg Stiftung, dem Museum für angewandte Kunst in Wien und purpurkultur  sowie checkpointmedia und zuletzt auch dem Museum Horn gemeinsam mit dem Oberösterreichischen Landesmuseum.

Abends durfte das Team der Schell Collection noch einer Führung durch den Landschaftspark rund um das Schloss Esterhazy teilnehmen und den Tag beim Empfang des Landes Burgenlands zur Feier des 100-Jahr-Jubiläums des Landesmuseums Burgenland ausklingen lassen.

Das Team der Schell Collection bei den Objektgesprächen

Der letzte Tag begann mit einem Interview mit Andrea Csapláros vom ungarischen Savaria Múzeum, auf das wieder mehrere Dialoge zwischen Museen folgten. Die Gespräche standen diesmal unter dem Motto „Sprache, Macht und Identität“ und fanden statt zwischen dem Salzburger Freilichtmuseum gemeinsam mit dem Tiroler Volkskunstmuseum und dem Haus der Geschichte Österreich, danach wurde das Beethovenhaus Baden vorgestellt und es folgte ein weiterer Austausch zwischen Verdandi und dem Technischen Museum Wien. Den Abschluss bildete der Dialog zwischen dem Volkskundemuseum Wien, dem Stadtmuseum Bratislava und dem Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek.

Als letzter Programmpunkt des Österreichischen Museumstages 2026 fand eine Exkursion auf die Burg Stadtschlaining inklusive einer Führung durch die gesamte Burg statt.

An dieser Stelle möchten wir uns herzlich für die tolle Organisation des Österreichischen Museumstages 2026, sowie die spannenden Vorträge und lehrreichen Workshops bedanken! Es war eine außerordentlich interessante Veranstaltung, die zu regem Austausch angeregt hat und das Kennenlernen anderer Institutionen möglich gemacht hat. Dem Team der Schell Collection war es eine Freude, mit dem Objektgespräch zum Thema Keuschheitsgürtel etwas beitragen zu dürfen.

Das Team der Schell Collection vor der Burg Stadtschlaining