Die eine ein Bauernmädchen mit Visionen: Eine junge Frau im Hundertjährigen Krieg mit dem Ziel Frankreich zu befreien, die militärische Erfolge feierte und einem König zum Thron verhalf, danach allerdings verurteilt und am Scheiterhaufen verbrannt wurde. Aus politischen Gründen wurde sie rehabilitiert und anschließend sogar kanonisiert. Heute ist sie die Nationalheilige von Frankreich.
Die andere Bildhauerin und Prinzessin: eine Tochter des französischen Königs Louis-Philippe I., der während der sogenannten Julimonarchie 1830-1848 regierte. Sie widmete sich mit Leidenschaft der Kunst und war als Bildhauerin tätig. Tiefgläubig und inspiriert von der Geschichte des Mittelalters und der Heiligen Jungfrau, schuf sie mit der Ganzkörperstatue der Jeanne d’Arc, die auch als Vorbild für diese Statuette diente, ihr berühmtestes Werk.
Das Objekt
Inventarnummer: 1374
Material: Gusseisen, bronziert
Maße: 11 x 8,5 x 23,5 cm
Herkunft: Frankreich
Datierung: 19. Jahrhundert
Standort: 2. Stock, Standvitrine D
Die Statuette aus bronziertem Eisenguss zeigt die Heilige Jungfrau von Orléans, die Nationalheilige von Frankreich. Im deutschsprachigen Raum ist sie bekannt als Johanna von Orléans, in Frankreich kennt man sie als Jeanne d’Arc oder auch la Pucelle (frz. die Jungfrau). Der Guss wurde im 19. Jahrhundert in Frankreich gefertigt. Es handelt sich um ein beliebtes Motiv, das sowohl in Eisen- wie auch Bronzeguss und Porzellan zahlreichst repliziert wurde. Da keine Gussmarke vorhanden ist, lässt sich daher die verantwortliche Gießerei nicht mehr bestimmen.
Die 23,5 cm hohe Statuette auf einem niedrigen Podest zeigt Jeanne d’Arc als Kriegerin im Gebet vor dem Kampf: den Kopf leicht geneigt und mit gekreuzten Armen das Schwert in der rechten Hand an ihr Herz drückend. Das innig an sich gedrückte Schwert weckt Assoziationen mit einem Kreuz. Wie in vielen Darstellungen sind die Haare kurz bzw. kinnlang. Über einem Kleid trägt sie Plattenrüstung mit Schwertgurt und -scheide, ihr Helm und die Panzerhandschuhe liegen auf einem Baumstumpf schräg hinter ihr. Der matt-schwarze Eisenguss wurde zusätzlich mit einer Bronzierung versehen: für Gesicht und Hände wurde eine bräunliche und für den restlichen Körper eine bräunlich-grüne Patina gewählt.[1]
Die Vorlage für den detailliert gearbeiteten Guss ist eine Marmorstatue im Schloss Versailles, die 1837 von Prinzessin Marie d’Orléans (1813-1839) und Auguste Trouchaud angefertigt worden ist.[2] Dazu später mehr.
Abb. 2: Details
Abb. 3: Details
Abb. 4: Details
Das Leben der Jeanne d‘Arc
Jeanne D’Arc wurde um das Jahr 1412 als Tochter des wohlhabenden Bauern und Bürgermeisters Jacques Tarc (auch: Darc, die Schreibweise d’Arc kam erst später auf) und seiner Frau Isabelle Romée im kleinen Ort Domrémy in Frankreich geboren. Sie erhielt eine fromme Erziehung, lernte aber weder lesen noch schreiben. Seit dem 16. Jahrhundert trägt der Ort auch den Beinamen la Pucelle, zu Ehren seiner berühmtesten Tochter. Im Alter von 13 Jahren hörte Jeanne zum ersten Mal Stimmen, die sie zu Sittsamkeit und fleißigen Kirchenbesuchen ermahnten. Später hatte sie auch Visionen, in denen ihr Gott, die Heiligen Katharina und Margareta sowie der Erzengel Michael erschienen. Visionen zu haben war im 14. Jahrhundert, zumal für Frauen, nicht unbedingt außergewöhnlich. War doch die Vorstellung, dass Gott direkt oder durch Engel und Heilige wirkt nicht ungewöhnlich und auch in der Bibel zu finden. Selten jedoch war, dass sich die Visionen nicht auf den persönlichen Glauben, sondern auf politisches und militärisches Handeln bezogen.[3]
Zu dieser Zeit tobte bereits seit 1337 der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England, der noch bis ins Jahr 1453 andauern sollte.[4] Der lange Konflikt bestand aus mehreren Phasen, die auch immer wieder von längeren Friedensperioden unterbrochen waren. Die Kriegshandlungen fanden zum größten Teil auf französischem Boden statt und richteten große Verheerungen an. Gründe und Ursachen waren vielschichtig, der Konflikt begann aber als ein Streit um Lehensrechte, der zu einem Kampf um die französische Krone wurde. Sich auf alte Erbrechte berufend hatte der englische König Edward III. den französischen Königsthron für sich beansprucht und mit der Eroberung Nordfrankreichs begonnen. [5]
Zu Beginn der letzten Phase des Hundertjährigen Kriegs (1415-1453) hatten die Franzosen schwere Niederlagen und Verluste erlitten, die Bevölkerung war von Hunger und Krankheiten geschwächt. Ende des Jahres 1428 war die Moral niedrig, die Stadt Orléans wurde von den Engländern belagert und würde bald fallen. Zum damaligen Zeitpunkt war Jeanne 17 oder 18 Jahre alt und die Stimmen, die sie hörte, gaben ihr einen Auftrag: Sie sollte das belagerte Orléans befreien, den Kronprinzen (frz. Dauphin) Karl (1403-1461) zur Königskrönung nach Reims führen und Frankreich von den Engländern befreien. Heimlich verließ sie daher im Dezember 1428 ihr Elternhaus und begab sich zur nahegelegenen Festung Vaucouleurs. Nach anfänglichem Unglauben konnte sie den örtlichen Kommandanten von ihrer Aufgabe überzeugen und sie erreichte es beim Dauphin vorstellig zu werden. Ihr wurden ein Pferd, Männerkleidung und militärisches Geleit zur Verfügung gestellt. Durch von den Engländern besetztes Gebiet begaben sie sich in die Stadt Chinon, wo Karl residierte. Dieser war skeptisch und ließ sie verschiedensten Untersuchungen unterziehen: Gelehrte und Theologen musste sie von ihrer Rechtgläubigkeit überzeugen und zusätzlich wurde ihre Jungfräulichkeit untersucht. Schließlich wurde an die Echtheit ihrer Sendung geglaubt, sodass sie im Mai 1429 mit einer kleinen Heereseinheit losgeschickt wurde. Gleich zu Beginn konnte sie einen großen Erfolg erzielen. Sie schaffte es einen Proviantzug in die belagerte Stadt Orléans zu führen. Es wird berichtet, dass sie mit einem Schwert und einer weißen, mit Lilien geschmückten Fahne in die Stadt einzog und die Bevölkerung begeistern konnte. Dieser erste Triumph schuf neue Entschlossenheit und die belagerten Franzosen gingen zum Angriff über. Die Engländer sahen sich schließlich zum Abzug gezwungen – Orléans war befreit. Dies war ein entscheidender Moment im Hundertjährigen Krieg, in dem es den Franzosen gelang das Blatt zu ihren Gunsten zu wenden. Jeanne hatte die strategische Bedeutung von Orléans erkannt, generell wurde ihre taktische Kompetenz bei der Führung ihrer Truppen anerkannt. Dem ersten Sieg folgten bald weitere, Jeanne eroberte die Orte Auxerre, Troyes, Chȃlons und sogar Reims zurück – den Ort an dem traditionellerweise die französischen Könige gekrönt wurden. Und so kam es auch, am 17. Juli 1429 wurde der Dauphin in der Kathedrale von Reims zu König Karl VII., Jeanne d’Arc an seiner Seite.[6]
Nach diesen Erfolgen führte sie ihren Kampf fort, ihr neues Ziel war es das besetzte Paris zu befreien. Sie stieß jedoch auf Widerstand in den eigenen Reihen und auch dem König selbst lag nicht viel an einer Fortsetzung der Kriegshandlungen. Im Mai 1430 passierte es schließlich, dass sie bei einem Scharmützel um die belagerte Stadt Compiégne vom Pferd stürzte und von den mit England verbündeten Burgundern gefangen genommen wurde. Diese lieferten sie schließlich gegen ein hohes Lösegeld an die Engländer aus. Jeanne d‘Arc wurde an die kirchliche Gerichtsbarkeit übergeben und der Ketzerei und Zauberei beschuldigt. Das geistliche Gericht tagte in Rouen und der Inquisitionsprozess, der vom Jahresbeginn bis Mai 1431 dauerte, stand unter dem Vorsitz von Pierre Cauchon (1370-1442), dem Bischof von Beauvais. Der Prozess war eine Möglichkeit Jeanne la Pucelle, die das Kriegsglück der Franzosen wesentlich beeinflusst hatte, loszuwerden. Von einer Hexe auf den Thron gesetzt worden zu sein, würde auch Karl VII. delegitimieren. Der Bischof von Beauvais stand den Engländern nahe, die großes Interesse daran hatten Jeanne auf dem Scheiterhaufen zu sehen. Das nach außen hin kirchliche Gericht war also ein zutiefst politisches Verfahren, das auch viele Rechtswidrigkeiten aufwies. So hätte sie sich in kirchlichem Gewahrsam befinden müssen und von Frauen bewacht werden. Stattdessen wurde sie in einem Kerker der englischen Besatzungsmacht von Soldaten gefangen gehalten. Über 100 Personen traten im Prozess als Richter, Beisitzer, Gutachter und Zeugen auf. Dialektisch und rhetorisch geschulte Ankläger verhörten Jeanne, die sich allein und ohne rechtlichen Beistand über mehrere Monate hinweg verteidigen musste, ohne dass ihr zuvor die Anklagepunkte verlesen worden waren. Die Prozessakten, die alle erhalten sind, zeigen allerdings ihre klugen und schlagfertigen Antworten.[7]
Berühmt geworden ist eine der Fangfragen, die man ihr gestellt hat: Ob sie im Stand der Gnade sei, wurde sie gefragt. Sie antwortete mit: „Wenn ich es nicht bin, möge Gott mich in sie stellen. Und wenn ich es bin, möge Gott mich in ihr bewahren.“[8] Eine kluge Antwort, denn ein Ja hätte man ihr als ketzerische Anmaßung auslegen, ein Nein als Schuldgeständnis deuten können. Ein Anklagepunkt, nämlich der des Abfalls vom Glauben, wurde in einem Gutachten der theologischen Fakultät von Paris damit begründet, dass sich Jeanne ihr Haar abschnitt, dass ihr doch von Gott wie ein Schleier geschenkt worden war. Außerdem wurde ihr zur Last gelegt, auf Anstiftung des Teufels männliche Kleidung angelegt und so den Leib des Herrn empfangen zu haben und damit ein Gebot Gottes und der Kirche gebrochen zu haben. Gegen Ende des Verfahrens wurde die Liste ihrer Verfehlungen immer länger. Eine Auswahl lautet wie folgt: Aberglauben, Blutdurst, Dämonenanbetung, Glaubensirrtum, Häresie, Ketzerei, Lüge, Männerkleidung sowie einen männlichen Haarschnitt zu tragen, Zauberei, Missachtung der Eltern, Mord sowie versuchter Selbstmord. Die Mordanklage wurde insofern begründet, dass sie ja kein Krieger sei und daher alle Männer, die in den von ihr angeführten Kämpfen gefallen waren, als Mordopfer zu betrachten seien. Als versuchter Selbstmord galt ein Fluchtversuch, bei dem sie von einem Turm gesprungen ist. Am 24. Mai 1431 wurde das Urteil verlesen nach dem sie der Feuertod erwartet hätte. Unerwarteterweise widerrief sie ihre Aussagen und unterzeichnete eine Abschwörung. Daraufhin wurde sie von der Exkommunikation freigesprochen und so als reuige Ketzerin zu lebenslanger Kerkerhaft verurteilt.[9]
Dieses Urteil war für die Anhänger des englischen Königshauses unzufriedenstellend, die Gefahr bestand, dass Karl VII. doch noch ihre Freilassung erwirken oder sie aus einem kirchlichen Gefängnis hätte befreien lassen können. Am 28. Mai wurde Jeanne im Kerker von Richtern aufgesucht, die feststellten, dass sie erneut Männerkleidung trug. Jahre später gab ein Gerichtsdiener zu Protokoll, dass dies inszeniert worden war. Man hatte ihr die Kleider weggenommen und lediglich Männerkleidung zurückgelassen, die sie anziehen musste, wenn sie nicht nackt bleiben wollte. Außerdem widerrief sie ihr Geständnis und gab an, dass erneut Gott und die beiden Heiligen zu ihr gesprochen hatten. So wurde sie als rückfällige und irrgläubige Ketzerin der weltlichen Gerichtsbarkeit übergeben. Am Vormittag des 30. Mai 1431 wurde sie im Alter von 19 Jahren auf dem Vieux Marché in Rouen auf den Scheiterhaufen geführt und starb den Feuertod. Angeblich bat sie um ein Kreuz, welches ihr ein Engländer aus zwei Stücken Holz zusammenbaute. Ihre Heiligenvita besagt, dass aus den Flammen eine weiße Taube zum Himmel emporflog. Ihre Asche wurde in die Seine gestreut, um zu verhindern, dass diese als Reliquie verehrt wurde.[10]
1449 ließ König Karl VII. eine Revision des Prozesses anordnen, das Verfahren wurde wieder aufgenommen. Nachdem der Hundertjährige Krieg weitgehend zugunsten Frankreichs ausgegangen war, war es wohl sein Ziel seine politische Position weiter zu stärken. Zumal die Jungfrau von Orléans beim Volk nach wie vor sehr populär war. Nachdem Zeugen erneut befragt und alte Akten geprüft worden waren, wurde am 7. Juli 1456 das Urteil verkündet, dass Jeanne d’Arc vollkommen rehabilitiert sei. Das alte Urteil wurde aufgehoben und Jeanne aller angeklagten Verbrechen unschuldig erklärt. Eine Bestrafung für ihre Ankläger und Richter gab es nicht. Im 19. Jahrhundert schließlich, als man sich Jeanne d’Arcs als Befreierin Frankreichs zuwandte, wurde von der französischen katholischen Kirche ihre Kanonisierung forciert.[11]
Jeanne d‘Arc ist die Nationalheilige und Patronin von Frankreich, Rouen und Orléans. Ihr Gedenktag ist der 30. Mai. Da sie Stimmen hörte, wurde sie zur Schutzheiligen der Telegraphie und des Rundfunks.[12]
Die Ikonographie der Heiligen Jungfrau von Orléans
Die Darstellung der Heiligen Jungfrau in Kunst und Kunsthandwerk war und ist vor allem in Frankreich verbreitet. Gezeigt wird sie in der Regel in ihrer Eigenschaft als Kämpferin und Befreierin mit Rüstung und Schwert und oft auch einem Banner. Sie inspirierte unzählige Gemälde und Skulpturen; sie wird gezeigt als junges Mädchen, das die Worte Gottes vernimmt, als Tochter des Volkes im Dienst ihres Königs oder als Märtyrerin.
Es existiert eine zeitgenösse Darstellung der Jeanne d’Arc, die allerdings stark stilisiert ist. In einem Protokoll des Parlaments von Paris aus dem Jahr 1429 gibt es am Rand eines Registers eine kleine Zeichnung, die Jeanne darstellt. Allerdings hat ihr Urheber, der Geschichtsschreiber Clément de Fauquembergue, sie nie persönlich getroffen. Die Zeichnung zeigt eine streng dreinblickende Frauenfigur mit langem Haar und Kleid, die Schwert und Standarte trägt.
In den Jahrzehnten nach ihrer Hinrichtung im Jahr 1431 bildete sich eine erste Ikonografie rund um Jeanne d’Arc heraus. Im 15. Jahrhundert beschränkte sich ihre Darstellung aber vor allem auf Buchmalereien in verschiedenen Handschriften. Im Allgemeinen zeigen die Sujets sie kämpfend, zum Teil bei Belagerungen, neben Karl VII. bei seiner Krönung zum französischen König oder bei ihrer Hinrichtung am Scheiterhaufen. In den folgenden Jahrhunderten sind die Abbildungen spärlicher und finden sich meist auf Stichen. Die Philosophen der Aufklärung hatten wenig Interesse an ihrer Figur, zu sehr sahen sie sie mit vermeintlicher mittelalterlicher Irrationalität verbunden. Im 19. Jahrhundert lässt sich ein erneuter Aufschwung und eine weite Verbreitung ihrer Ikonographie in ganz Frankreich feststellen. Dies hängt unter anderem mit dem Aufleben eines französischen Nationalgefühls zusammen, in dessen Zuge man sich an Jeanne d’Arc als Befreierin des Vaterlandes erinnerte und sie zu einem Symbol der Freiheit machte. Sie wird Gegenstand verschiedenster künstlerischer wie auch ideologischer Interpretationen. Neben Gemälden entstehen auch immer mehr Statuen im öffentlichen Raum. Damit einher geht auch ein neues Darstellungssujet. Die Heilige Jungfrau wird nun gerne fromm, Stimmen hörend oder betend, aber auch in heroischer Pose oder als Reiterstandbild stilisiert. Noch vor dem 1. Weltkrieg wurde außerdem ihre Kanonisierung vorangetrieben und ihr Abbild in fast allen französischen Kirchen aufgestellt, im Jahr 1909 wurde sie selig- und 1920 schließlich heiliggesprochen. Die zunehmende Instrumentalisierung durch die katholische Kirche und die nationalistischen Rechten im 20. Jahrhundert wie auch ein Rückgang der Historienmalerei im Allgemeinen führten dazu, dass immer weniger Künstlerinnen und Künstler sich mit ihr auseinandersetzten.[13] Trotzdem zählt Jeanne d’Arc wohl zu den bekanntesten historischen Persönlichkeiten, die bis heute zahlreiche Kunstwerke, literarische Werke, Musik und Verfilmungen inspiriert hat.
Prinzessin Marie d‘Orléans und ihr Werk
Die Person der Jeanne d’Arc, ihr unerschütterlicher Glaube und ihre heroischen Taten für das Vaterland waren auch eine Quelle der Inspiration für Marie d‘Orléans, die die viel kopierte Vorlage der Statuette schuf.
Marie Christine d’Orléans war das dritte von insgesamt zehn Kindern von Louis-Philippe d’Orléans (1773-1850) und Marie-Amélie de Bourbon-Sicile (1782-1866) und wurde 1813 im Exil in Palermo geboren. Die Restauration der Bourbonenmonarchie zwischen dem Ende des Französischen Kaiserreichs (1804-1814 und 1815) und der Julirevolution von 1830 erlaubte der Familie zurück nach Frankreich zu kehren. Marie erhielt eine umfassende Ausbildung und zeigte schon früh künstlerische Begabungen. Ab 1822 erhielt sie Zeichenunterricht bei dem romantischen Maler Ary Scheffer (1797-1883). Das Jahr 1830 sah mit der Julirevolution den Sturz der Hauptlinie der Bourbonen, was ihren Vater auf den Thron brachte. Der auch als Bürgerkönig bezeichnete Louis-Philippe I. stammte aus der bourbonischen Nebenlinie, dem Hause Orléans.[14]
Als ihre Schwester Louise im Jahr 1832 Leopold I., den König von Belgien ehelichte, stürzte diese Trennung Marie in eine tiefe Depression. Sie widmete sich daraufhin intensiv der Kunst. 1834 wurde sie von Scheffer dazu ermutigt auch die Bildhauerei zu erlernen. Sie widmete sich vor allem dem Modellieren, während ein Handwerker dann den Abguss, Guss oder die Umsetzung in Marmor übernahm.[15] Generell lässt sich festhalten, dass die Bildhauerei im Frankreich des 18. und 19. Jahrhunderts eine männliche Domäne war, vor 1860 wurden nur wenige Frauen als professionelle Bildhauerinnen anerkannt. Der Kritiker M. G. Bernard erklärte in einem seiner Artikel gar, dass körperliche Kraft und männliche Energie in diesem Zweig der Künste eine Voraussetzung für Talent seien.[16] Bildhauerinnen sahen sich in dieser Zeit oft einer Doppelmoral ausgesetzt. Ihnen wurde vorgeworfen nicht die Urheberinnen ihrer eigenen Werke zu sein, sondern sich auf die Mitarbeit von Assistenten zu verlassen. Allerdings war es in der Bildhauerei eine gängige Praxis, die teilweise oder komplette Ausführung eines Werkes an Assistenten oder Handwerker auszulagern. Die körperlich anspruchsvollen und zeitaufwändigen Aspekte der Umsetzung eines Modells in ein größeres Format, unter Verwendung von Materialien wie Bronze oder Marmor, wurden regelmäßig Atelierassistenten oder spezialisierten Handwerkern überlassen. Dies war oft auch eine Notwendigkeit um allen Anforderungen gerecht zu werden und regelmäßig neue Werke in den Salons präsentieren zu können. Indem der Künstler dem fertigen Objekt den letzten Schliff gab und es signierte, machte sich der Bildhauer üblicherweise zum „wahren“ Urheber. Die mechanische Arbeit wurde dem Genie, der Erfindung des Werkes, untergeordnet. Wie bei ihren männlichen Kollegen war es also auch bei den Künstlerinnen üblich, die kreative Arbeit und die Modellierung, in der Regel in kleinerem Maßstab und mit formbaren Materialien, zu übernehmen und die spätere Umsetzung in dauerhafte Materialien auszulagern. Was man bei männlichen Bildhauern als normale Praxis sah, wurde hingegen bei Bildhauerinnen kritisiert. Auch Marie d’Orléans künstlerisches Können wurde in diesen Kreisen wiederholt verspottet. Diese Kritik findet sich vor allem in Artikeln der Zeitschrift „La Mode“, die allerdings auch politisch und religiös motiviert waren mit dem Ziel den künstlerischen Ruf der Prinzessin zu schädigen.[17]
Auf Anraten des Historikers Jules Michelet las Marie 1834 die „Chronique de La Pucelle“ über das Leben der Jeanne d’Arc von Guillaume Cousinot aus dem 15. Jahrhundert. In weiterer Folge schuf sie zwei Skulpturen der Heilgen Jungfrau. Sie verzichtete auf Kriegs- oder Scheiterhaufenszenen und fertigte stattdessen Werke, die das Mitgefühl und die Frömmigkeit hervorhoben. D’Orléans schuf zahlreiche Modelle der Heiligen Jungfrau in unterschiedlichen Gestalten. Beispielsweise eines, dass sie als Bäuerin den Stimmen lauschend zeigte und ein weiteres, auf dem sie als berittene Kriegerin über einem gefallenen Soldaten weint. 1834-1835 entstand dann das Werk „Jeanne d’Arc pleurant à la vue d’un Anglais blessé“ (Jeanne d’Arc weint beim Anblick eines verwundeten Engländers), das in Gips und Bronze nachgebildet wurde. Und in den Jahren 1853-1837 fertigte sie schließlich die Statue „Jeanne d’Arc en prière“ (Jeanne d’Arc im Gebet), die in Marmor ausgefertigt wurde.[18] Letztgenannte Statue war 1853 von ihrem Vater in Auftrag gegeben worden, mit dem Ziel sie in Schloss Versailles aufzustellen. Dies war Teil seiner Pläne das Schloss Versailles in ein Nationalmuseum zum Gedenken an den „Ruhm Frankreichs“ umzugestalten. Für dieses Werk fertigte sie mehrere Arbeitsmodelle an, eine frühere Version zeigt die Heilige in einer verkürzten Tunika, die die Betrachtenden trotzig anblickt. In der finalen Version wurde das Kleid aber auf eine sittsame Länge unterhalb des Knies geändert. Außerdem traf sie die Entscheidung den Kopf zu neigen, eine für das Gebet weitaus passende, aber auch weniger direkte Pose. Um historische Genauigkeit bemüht, hatte sie für die Darstellung der Rüstung sogar eine originale Rüstung aus dem 15. Jahrhundert aus dem Musée de l’Artillerie ausgeliehen. Die von ihrem Werkmeister Auguste Trouchaud angefertigte Marmorskulptur wurde in Schloss Versailles aufgestellt, wo sie sich noch heute befindet.[19]
Ihr Werk erfreute sich großer Beliebtheit und erntete auf dem Salon von 1837 großes Lob. Es fand weitreichende Verbreitung, nicht zuletzt durch mehrere von Trouchaud angefertigten Repliken in Bronze. Auch zahlreiche preiswerte Verkleinerungen aus Bronze, Eisen und Porzellan begünstigten die Verbreitung dieser Darstellung der Jeanne d’Arc, wie auch an dem Objekt aus der Schell Collection ersichtlich. Ihre Popularität ist wohl auch mit dem frühen Tod der Prinzessin, zu dieser Zeit bereits verheiratete Herzogin von Württemberg, verbunden. Sie verstarb 1839 im Alter von nur 26 Jahren an Tuberkulose. Nach ihrem Tod bat der Bürgermeister von Orléans um eine Bronzereplik für das örtliche Rathaus. Zwei weitere Repliken, eine in Bronze und eine aus Stein, wurden auch für Jeannes Heimatstadt Domrémy-la-Pucelle gefertigt und befinden sich auch heute noch dort.[20]
Text: Julia Stegmann, BA
Bibliografie
Boberg, Jochen: Johanna von Orléans. In: Kirschbaum, Engelbert (Hg.): Lexikon der christlichen Ikonographie 7. Ikonographie der heiligen Innocenz bis Melchisedech. Darmstadt 2015, Sp. 73-78.
Easterday, Anastasia: Labeur, Honneur, Douleur. Sculptors Julie Charpentier, Félicie de Fauveau, and Marie d’Orléans. In: Woman’s Art Journal, Vol. 18, Nr. 2 (Autumn 1997-Winter 1998), S. 11-16.
Gorys, Erhard: Lexikon der Heiligen. München 1997.
Ohler, Annemarie/Ohler, Norbert: Töchter Gottes. Wie Frauen das Christentum prägten. Hünfelden 2012.
Santon, Kate/MyKay, Liz (Hg.): Der grosse Atlas der Weltgeschichte. Von den Ursprüngen bis in das 21. Jahrhundert. Bath, o.J.
Stegmann, Julia: Statuette der Heiligen Jungfrau von Orléans. In: Schell Collection (Hg): Best of Depot. Verborgene Schätze aus der Schell Collection. Ausst.-Kat., Graz 2024, S. 31-32.
Sterckx, Marjan: Women Sculptors and their Male Assistants. A Criticised but Common Practice in France in the long Nineteenth-Century. In: Riviale, L./Luneau, J.-F. (Hg.): L’Invention partagée. Clermont-Ferrand, 2019, S. 125-143. Online verfügbar: https://books.openedition.org/pubp/17978 (Zugriff: 17.06.2026).
[3] Vgl. Gorys, 1997, S. 147; vgl. Ohler/ Ohler, 2012, S. 153-154; vgl. Boberg, 2015, Sp. 73.
[4] Hier kann angemerkt werden – und aufmerksamen Leserinnen und Lesern ist es vielleicht aufgefallen – dass der Hundertjährige Krieg (1337-1453) anders als sein Name, länger als 100 Jahre dauerte. Der Konflikt zog sich, mit Unterbrechungen, über 116 Jahre.
[5] Vgl. Ohler/Ohler, 2012, S. 154; vgl. Santon/ McKay (Hg.), o.J., S. 109.
[6] Vgl. Ohler/Ohler, 2012, S. 154-156; Gorys, 1997, S. 148; vgl. Boberg, 2015, Sp. 73.
[7] Vgl. Ohler/Ohler, 2012, S. 157-159; Gorys, 1997, S. 148; vgl. Boberg, 2015, Sp. 73.
Objekt des Monats Juli 2026
Heldin, Hexe, Heilige
Die Jungfrau von Orléans in Eisen gegossen
Zwei Frauen und ihre Leben werden durch diese gusseiserne Statuette miteinander verbunden: Jeanne d’Arc und Prinzessin Marie d’Orléans.
Die eine ein Bauernmädchen mit Visionen: Eine junge Frau im Hundertjährigen Krieg mit dem Ziel Frankreich zu befreien, die militärische Erfolge feierte und einem König zum Thron verhalf, danach allerdings verurteilt und am Scheiterhaufen verbrannt wurde. Aus politischen Gründen wurde sie rehabilitiert und anschließend sogar kanonisiert. Heute ist sie die Nationalheilige von Frankreich.
Die andere Bildhauerin und Prinzessin: eine Tochter des französischen Königs Louis-Philippe I., der während der sogenannten Julimonarchie 1830-1848 regierte. Sie widmete sich mit Leidenschaft der Kunst und war als Bildhauerin tätig. Tiefgläubig und inspiriert von der Geschichte des Mittelalters und der Heiligen Jungfrau, schuf sie mit der Ganzkörperstatue der Jeanne d’Arc, die auch als Vorbild für diese Statuette diente, ihr berühmtestes Werk.
Das Objekt
Inventarnummer: 1374
Material: Gusseisen, bronziert
Maße: 11 x 8,5 x 23,5 cm
Herkunft: Frankreich
Datierung: 19. Jahrhundert
Standort: 2. Stock, Standvitrine D
Die Statuette aus bronziertem Eisenguss zeigt die Heilige Jungfrau von Orléans, die Nationalheilige von Frankreich. Im deutschsprachigen Raum ist sie bekannt als Johanna von Orléans, in Frankreich kennt man sie als Jeanne d’Arc oder auch la Pucelle (frz. die Jungfrau). Der Guss wurde im 19. Jahrhundert in Frankreich gefertigt. Es handelt sich um ein beliebtes Motiv, das sowohl in Eisen- wie auch Bronzeguss und Porzellan zahlreichst repliziert wurde. Da keine Gussmarke vorhanden ist, lässt sich daher die verantwortliche Gießerei nicht mehr bestimmen.
Die 23,5 cm hohe Statuette auf einem niedrigen Podest zeigt Jeanne d’Arc als Kriegerin im Gebet vor dem Kampf: den Kopf leicht geneigt und mit gekreuzten Armen das Schwert in der rechten Hand an ihr Herz drückend. Das innig an sich gedrückte Schwert weckt Assoziationen mit einem Kreuz. Wie in vielen Darstellungen sind die Haare kurz bzw. kinnlang. Über einem Kleid trägt sie Plattenrüstung mit Schwertgurt und -scheide, ihr Helm und die Panzerhandschuhe liegen auf einem Baumstumpf schräg hinter ihr. Der matt-schwarze Eisenguss wurde zusätzlich mit einer Bronzierung versehen: für Gesicht und Hände wurde eine bräunliche und für den restlichen Körper eine bräunlich-grüne Patina gewählt.[1]
Die Vorlage für den detailliert gearbeiteten Guss ist eine Marmorstatue im Schloss Versailles, die 1837 von Prinzessin Marie d’Orléans (1813-1839) und Auguste Trouchaud angefertigt worden ist.[2] Dazu später mehr.
Das Leben der Jeanne d‘Arc
Jeanne D’Arc wurde um das Jahr 1412 als Tochter des wohlhabenden Bauern und Bürgermeisters Jacques Tarc (auch: Darc, die Schreibweise d’Arc kam erst später auf) und seiner Frau Isabelle Romée im kleinen Ort Domrémy in Frankreich geboren. Sie erhielt eine fromme Erziehung, lernte aber weder lesen noch schreiben. Seit dem 16. Jahrhundert trägt der Ort auch den Beinamen la Pucelle, zu Ehren seiner berühmtesten Tochter. Im Alter von 13 Jahren hörte Jeanne zum ersten Mal Stimmen, die sie zu Sittsamkeit und fleißigen Kirchenbesuchen ermahnten. Später hatte sie auch Visionen, in denen ihr Gott, die Heiligen Katharina und Margareta sowie der Erzengel Michael erschienen. Visionen zu haben war im 14. Jahrhundert, zumal für Frauen, nicht unbedingt außergewöhnlich. War doch die Vorstellung, dass Gott direkt oder durch Engel und Heilige wirkt nicht ungewöhnlich und auch in der Bibel zu finden. Selten jedoch war, dass sich die Visionen nicht auf den persönlichen Glauben, sondern auf politisches und militärisches Handeln bezogen.[3]
Zu dieser Zeit tobte bereits seit 1337 der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England, der noch bis ins Jahr 1453 andauern sollte.[4] Der lange Konflikt bestand aus mehreren Phasen, die auch immer wieder von längeren Friedensperioden unterbrochen waren. Die Kriegshandlungen fanden zum größten Teil auf französischem Boden statt und richteten große Verheerungen an. Gründe und Ursachen waren vielschichtig, der Konflikt begann aber als ein Streit um Lehensrechte, der zu einem Kampf um die französische Krone wurde. Sich auf alte Erbrechte berufend hatte der englische König Edward III. den französischen Königsthron für sich beansprucht und mit der Eroberung Nordfrankreichs begonnen. [5]
Zu Beginn der letzten Phase des Hundertjährigen Kriegs (1415-1453) hatten die Franzosen schwere Niederlagen und Verluste erlitten, die Bevölkerung war von Hunger und Krankheiten geschwächt. Ende des Jahres 1428 war die Moral niedrig, die Stadt Orléans wurde von den Engländern belagert und würde bald fallen. Zum damaligen Zeitpunkt war Jeanne 17 oder 18 Jahre alt und die Stimmen, die sie hörte, gaben ihr einen Auftrag: Sie sollte das belagerte Orléans befreien, den Kronprinzen (frz. Dauphin) Karl (1403-1461) zur Königskrönung nach Reims führen und Frankreich von den Engländern befreien. Heimlich verließ sie daher im Dezember 1428 ihr Elternhaus und begab sich zur nahegelegenen Festung Vaucouleurs. Nach anfänglichem Unglauben konnte sie den örtlichen Kommandanten von ihrer Aufgabe überzeugen und sie erreichte es beim Dauphin vorstellig zu werden. Ihr wurden ein Pferd, Männerkleidung und militärisches Geleit zur Verfügung gestellt. Durch von den Engländern besetztes Gebiet begaben sie sich in die Stadt Chinon, wo Karl residierte. Dieser war skeptisch und ließ sie verschiedensten Untersuchungen unterziehen: Gelehrte und Theologen musste sie von ihrer Rechtgläubigkeit überzeugen und zusätzlich wurde ihre Jungfräulichkeit untersucht. Schließlich wurde an die Echtheit ihrer Sendung geglaubt, sodass sie im Mai 1429 mit einer kleinen Heereseinheit losgeschickt wurde. Gleich zu Beginn konnte sie einen großen Erfolg erzielen. Sie schaffte es einen Proviantzug in die belagerte Stadt Orléans zu führen. Es wird berichtet, dass sie mit einem Schwert und einer weißen, mit Lilien geschmückten Fahne in die Stadt einzog und die Bevölkerung begeistern konnte. Dieser erste Triumph schuf neue Entschlossenheit und die belagerten Franzosen gingen zum Angriff über. Die Engländer sahen sich schließlich zum Abzug gezwungen – Orléans war befreit. Dies war ein entscheidender Moment im Hundertjährigen Krieg, in dem es den Franzosen gelang das Blatt zu ihren Gunsten zu wenden. Jeanne hatte die strategische Bedeutung von Orléans erkannt, generell wurde ihre taktische Kompetenz bei der Führung ihrer Truppen anerkannt. Dem ersten Sieg folgten bald weitere, Jeanne eroberte die Orte Auxerre, Troyes, Chȃlons und sogar Reims zurück – den Ort an dem traditionellerweise die französischen Könige gekrönt wurden. Und so kam es auch, am 17. Juli 1429 wurde der Dauphin in der Kathedrale von Reims zu König Karl VII., Jeanne d’Arc an seiner Seite.[6]
Nach diesen Erfolgen führte sie ihren Kampf fort, ihr neues Ziel war es das besetzte Paris zu befreien. Sie stieß jedoch auf Widerstand in den eigenen Reihen und auch dem König selbst lag nicht viel an einer Fortsetzung der Kriegshandlungen. Im Mai 1430 passierte es schließlich, dass sie bei einem Scharmützel um die belagerte Stadt Compiégne vom Pferd stürzte und von den mit England verbündeten Burgundern gefangen genommen wurde. Diese lieferten sie schließlich gegen ein hohes Lösegeld an die Engländer aus. Jeanne d‘Arc wurde an die kirchliche Gerichtsbarkeit übergeben und der Ketzerei und Zauberei beschuldigt. Das geistliche Gericht tagte in Rouen und der Inquisitionsprozess, der vom Jahresbeginn bis Mai 1431 dauerte, stand unter dem Vorsitz von Pierre Cauchon (1370-1442), dem Bischof von Beauvais. Der Prozess war eine Möglichkeit Jeanne la Pucelle, die das Kriegsglück der Franzosen wesentlich beeinflusst hatte, loszuwerden. Von einer Hexe auf den Thron gesetzt worden zu sein, würde auch Karl VII. delegitimieren. Der Bischof von Beauvais stand den Engländern nahe, die großes Interesse daran hatten Jeanne auf dem Scheiterhaufen zu sehen. Das nach außen hin kirchliche Gericht war also ein zutiefst politisches Verfahren, das auch viele Rechtswidrigkeiten aufwies. So hätte sie sich in kirchlichem Gewahrsam befinden müssen und von Frauen bewacht werden. Stattdessen wurde sie in einem Kerker der englischen Besatzungsmacht von Soldaten gefangen gehalten. Über 100 Personen traten im Prozess als Richter, Beisitzer, Gutachter und Zeugen auf. Dialektisch und rhetorisch geschulte Ankläger verhörten Jeanne, die sich allein und ohne rechtlichen Beistand über mehrere Monate hinweg verteidigen musste, ohne dass ihr zuvor die Anklagepunkte verlesen worden waren. Die Prozessakten, die alle erhalten sind, zeigen allerdings ihre klugen und schlagfertigen Antworten.[7]
Berühmt geworden ist eine der Fangfragen, die man ihr gestellt hat: Ob sie im Stand der Gnade sei, wurde sie gefragt. Sie antwortete mit: „Wenn ich es nicht bin, möge Gott mich in sie stellen. Und wenn ich es bin, möge Gott mich in ihr bewahren.“[8] Eine kluge Antwort, denn ein Ja hätte man ihr als ketzerische Anmaßung auslegen, ein Nein als Schuldgeständnis deuten können. Ein Anklagepunkt, nämlich der des Abfalls vom Glauben, wurde in einem Gutachten der theologischen Fakultät von Paris damit begründet, dass sich Jeanne ihr Haar abschnitt, dass ihr doch von Gott wie ein Schleier geschenkt worden war. Außerdem wurde ihr zur Last gelegt, auf Anstiftung des Teufels männliche Kleidung angelegt und so den Leib des Herrn empfangen zu haben und damit ein Gebot Gottes und der Kirche gebrochen zu haben. Gegen Ende des Verfahrens wurde die Liste ihrer Verfehlungen immer länger. Eine Auswahl lautet wie folgt: Aberglauben, Blutdurst, Dämonenanbetung, Glaubensirrtum, Häresie, Ketzerei, Lüge, Männerkleidung sowie einen männlichen Haarschnitt zu tragen, Zauberei, Missachtung der Eltern, Mord sowie versuchter Selbstmord. Die Mordanklage wurde insofern begründet, dass sie ja kein Krieger sei und daher alle Männer, die in den von ihr angeführten Kämpfen gefallen waren, als Mordopfer zu betrachten seien. Als versuchter Selbstmord galt ein Fluchtversuch, bei dem sie von einem Turm gesprungen ist. Am 24. Mai 1431 wurde das Urteil verlesen nach dem sie der Feuertod erwartet hätte. Unerwarteterweise widerrief sie ihre Aussagen und unterzeichnete eine Abschwörung. Daraufhin wurde sie von der Exkommunikation freigesprochen und so als reuige Ketzerin zu lebenslanger Kerkerhaft verurteilt.[9]
Dieses Urteil war für die Anhänger des englischen Königshauses unzufriedenstellend, die Gefahr bestand, dass Karl VII. doch noch ihre Freilassung erwirken oder sie aus einem kirchlichen Gefängnis hätte befreien lassen können. Am 28. Mai wurde Jeanne im Kerker von Richtern aufgesucht, die feststellten, dass sie erneut Männerkleidung trug. Jahre später gab ein Gerichtsdiener zu Protokoll, dass dies inszeniert worden war. Man hatte ihr die Kleider weggenommen und lediglich Männerkleidung zurückgelassen, die sie anziehen musste, wenn sie nicht nackt bleiben wollte. Außerdem widerrief sie ihr Geständnis und gab an, dass erneut Gott und die beiden Heiligen zu ihr gesprochen hatten. So wurde sie als rückfällige und irrgläubige Ketzerin der weltlichen Gerichtsbarkeit übergeben. Am Vormittag des 30. Mai 1431 wurde sie im Alter von 19 Jahren auf dem Vieux Marché in Rouen auf den Scheiterhaufen geführt und starb den Feuertod. Angeblich bat sie um ein Kreuz, welches ihr ein Engländer aus zwei Stücken Holz zusammenbaute. Ihre Heiligenvita besagt, dass aus den Flammen eine weiße Taube zum Himmel emporflog. Ihre Asche wurde in die Seine gestreut, um zu verhindern, dass diese als Reliquie verehrt wurde.[10]
1449 ließ König Karl VII. eine Revision des Prozesses anordnen, das Verfahren wurde wieder aufgenommen. Nachdem der Hundertjährige Krieg weitgehend zugunsten Frankreichs ausgegangen war, war es wohl sein Ziel seine politische Position weiter zu stärken. Zumal die Jungfrau von Orléans beim Volk nach wie vor sehr populär war. Nachdem Zeugen erneut befragt und alte Akten geprüft worden waren, wurde am 7. Juli 1456 das Urteil verkündet, dass Jeanne d’Arc vollkommen rehabilitiert sei. Das alte Urteil wurde aufgehoben und Jeanne aller angeklagten Verbrechen unschuldig erklärt. Eine Bestrafung für ihre Ankläger und Richter gab es nicht. Im 19. Jahrhundert schließlich, als man sich Jeanne d’Arcs als Befreierin Frankreichs zuwandte, wurde von der französischen katholischen Kirche ihre Kanonisierung forciert.[11]
Jeanne d‘Arc ist die Nationalheilige und Patronin von Frankreich, Rouen und Orléans. Ihr Gedenktag ist der 30. Mai. Da sie Stimmen hörte, wurde sie zur Schutzheiligen der Telegraphie und des Rundfunks.[12]
Die Ikonographie der Heiligen Jungfrau von Orléans
Die Darstellung der Heiligen Jungfrau in Kunst und Kunsthandwerk war und ist vor allem in Frankreich verbreitet. Gezeigt wird sie in der Regel in ihrer Eigenschaft als Kämpferin und Befreierin mit Rüstung und Schwert und oft auch einem Banner. Sie inspirierte unzählige Gemälde und Skulpturen; sie wird gezeigt als junges Mädchen, das die Worte Gottes vernimmt, als Tochter des Volkes im Dienst ihres Königs oder als Märtyrerin.
Es existiert eine zeitgenösse Darstellung der Jeanne d’Arc, die allerdings stark stilisiert ist. In einem Protokoll des Parlaments von Paris aus dem Jahr 1429 gibt es am Rand eines Registers eine kleine Zeichnung, die Jeanne darstellt. Allerdings hat ihr Urheber, der Geschichtsschreiber Clément de Fauquembergue, sie nie persönlich getroffen. Die Zeichnung zeigt eine streng dreinblickende Frauenfigur mit langem Haar und Kleid, die Schwert und Standarte trägt.
In den Jahrzehnten nach ihrer Hinrichtung im Jahr 1431 bildete sich eine erste Ikonografie rund um Jeanne d’Arc heraus. Im 15. Jahrhundert beschränkte sich ihre Darstellung aber vor allem auf Buchmalereien in verschiedenen Handschriften. Im Allgemeinen zeigen die Sujets sie kämpfend, zum Teil bei Belagerungen, neben Karl VII. bei seiner Krönung zum französischen König oder bei ihrer Hinrichtung am Scheiterhaufen. In den folgenden Jahrhunderten sind die Abbildungen spärlicher und finden sich meist auf Stichen. Die Philosophen der Aufklärung hatten wenig Interesse an ihrer Figur, zu sehr sahen sie sie mit vermeintlicher mittelalterlicher Irrationalität verbunden. Im 19. Jahrhundert lässt sich ein erneuter Aufschwung und eine weite Verbreitung ihrer Ikonographie in ganz Frankreich feststellen. Dies hängt unter anderem mit dem Aufleben eines französischen Nationalgefühls zusammen, in dessen Zuge man sich an Jeanne d’Arc als Befreierin des Vaterlandes erinnerte und sie zu einem Symbol der Freiheit machte. Sie wird Gegenstand verschiedenster künstlerischer wie auch ideologischer Interpretationen. Neben Gemälden entstehen auch immer mehr Statuen im öffentlichen Raum. Damit einher geht auch ein neues Darstellungssujet. Die Heilige Jungfrau wird nun gerne fromm, Stimmen hörend oder betend, aber auch in heroischer Pose oder als Reiterstandbild stilisiert. Noch vor dem 1. Weltkrieg wurde außerdem ihre Kanonisierung vorangetrieben und ihr Abbild in fast allen französischen Kirchen aufgestellt, im Jahr 1909 wurde sie selig- und 1920 schließlich heiliggesprochen. Die zunehmende Instrumentalisierung durch die katholische Kirche und die nationalistischen Rechten im 20. Jahrhundert wie auch ein Rückgang der Historienmalerei im Allgemeinen führten dazu, dass immer weniger Künstlerinnen und Künstler sich mit ihr auseinandersetzten.[13] Trotzdem zählt Jeanne d’Arc wohl zu den bekanntesten historischen Persönlichkeiten, die bis heute zahlreiche Kunstwerke, literarische Werke, Musik und Verfilmungen inspiriert hat.
Prinzessin Marie d‘Orléans und ihr Werk
Die Person der Jeanne d’Arc, ihr unerschütterlicher Glaube und ihre heroischen Taten für das Vaterland waren auch eine Quelle der Inspiration für Marie d‘Orléans, die die viel kopierte Vorlage der Statuette schuf.
Marie Christine d’Orléans war das dritte von insgesamt zehn Kindern von Louis-Philippe d’Orléans (1773-1850) und Marie-Amélie de Bourbon-Sicile (1782-1866) und wurde 1813 im Exil in Palermo geboren. Die Restauration der Bourbonenmonarchie zwischen dem Ende des Französischen Kaiserreichs (1804-1814 und 1815) und der Julirevolution von 1830 erlaubte der Familie zurück nach Frankreich zu kehren. Marie erhielt eine umfassende Ausbildung und zeigte schon früh künstlerische Begabungen. Ab 1822 erhielt sie Zeichenunterricht bei dem romantischen Maler Ary Scheffer (1797-1883). Das Jahr 1830 sah mit der Julirevolution den Sturz der Hauptlinie der Bourbonen, was ihren Vater auf den Thron brachte. Der auch als Bürgerkönig bezeichnete Louis-Philippe I. stammte aus der bourbonischen Nebenlinie, dem Hause Orléans.[14]
Als ihre Schwester Louise im Jahr 1832 Leopold I., den König von Belgien ehelichte, stürzte diese Trennung Marie in eine tiefe Depression. Sie widmete sich daraufhin intensiv der Kunst. 1834 wurde sie von Scheffer dazu ermutigt auch die Bildhauerei zu erlernen. Sie widmete sich vor allem dem Modellieren, während ein Handwerker dann den Abguss, Guss oder die Umsetzung in Marmor übernahm.[15] Generell lässt sich festhalten, dass die Bildhauerei im Frankreich des 18. und 19. Jahrhunderts eine männliche Domäne war, vor 1860 wurden nur wenige Frauen als professionelle Bildhauerinnen anerkannt. Der Kritiker M. G. Bernard erklärte in einem seiner Artikel gar, dass körperliche Kraft und männliche Energie in diesem Zweig der Künste eine Voraussetzung für Talent seien.[16] Bildhauerinnen sahen sich in dieser Zeit oft einer Doppelmoral ausgesetzt. Ihnen wurde vorgeworfen nicht die Urheberinnen ihrer eigenen Werke zu sein, sondern sich auf die Mitarbeit von Assistenten zu verlassen. Allerdings war es in der Bildhauerei eine gängige Praxis, die teilweise oder komplette Ausführung eines Werkes an Assistenten oder Handwerker auszulagern. Die körperlich anspruchsvollen und zeitaufwändigen Aspekte der Umsetzung eines Modells in ein größeres Format, unter Verwendung von Materialien wie Bronze oder Marmor, wurden regelmäßig Atelierassistenten oder spezialisierten Handwerkern überlassen. Dies war oft auch eine Notwendigkeit um allen Anforderungen gerecht zu werden und regelmäßig neue Werke in den Salons präsentieren zu können. Indem der Künstler dem fertigen Objekt den letzten Schliff gab und es signierte, machte sich der Bildhauer üblicherweise zum „wahren“ Urheber. Die mechanische Arbeit wurde dem Genie, der Erfindung des Werkes, untergeordnet. Wie bei ihren männlichen Kollegen war es also auch bei den Künstlerinnen üblich, die kreative Arbeit und die Modellierung, in der Regel in kleinerem Maßstab und mit formbaren Materialien, zu übernehmen und die spätere Umsetzung in dauerhafte Materialien auszulagern. Was man bei männlichen Bildhauern als normale Praxis sah, wurde hingegen bei Bildhauerinnen kritisiert. Auch Marie d’Orléans künstlerisches Können wurde in diesen Kreisen wiederholt verspottet. Diese Kritik findet sich vor allem in Artikeln der Zeitschrift „La Mode“, die allerdings auch politisch und religiös motiviert waren mit dem Ziel den künstlerischen Ruf der Prinzessin zu schädigen.[17]
Auf Anraten des Historikers Jules Michelet las Marie 1834 die „Chronique de La Pucelle“ über das Leben der Jeanne d’Arc von Guillaume Cousinot aus dem 15. Jahrhundert. In weiterer Folge schuf sie zwei Skulpturen der Heilgen Jungfrau. Sie verzichtete auf Kriegs- oder Scheiterhaufenszenen und fertigte stattdessen Werke, die das Mitgefühl und die Frömmigkeit hervorhoben. D’Orléans schuf zahlreiche Modelle der Heiligen Jungfrau in unterschiedlichen Gestalten. Beispielsweise eines, dass sie als Bäuerin den Stimmen lauschend zeigte und ein weiteres, auf dem sie als berittene Kriegerin über einem gefallenen Soldaten weint. 1834-1835 entstand dann das Werk „Jeanne d’Arc pleurant à la vue d’un Anglais blessé“ (Jeanne d’Arc weint beim Anblick eines verwundeten Engländers), das in Gips und Bronze nachgebildet wurde. Und in den Jahren 1853-1837 fertigte sie schließlich die Statue „Jeanne d’Arc en prière“ (Jeanne d’Arc im Gebet), die in Marmor ausgefertigt wurde.[18] Letztgenannte Statue war 1853 von ihrem Vater in Auftrag gegeben worden, mit dem Ziel sie in Schloss Versailles aufzustellen. Dies war Teil seiner Pläne das Schloss Versailles in ein Nationalmuseum zum Gedenken an den „Ruhm Frankreichs“ umzugestalten. Für dieses Werk fertigte sie mehrere Arbeitsmodelle an, eine frühere Version zeigt die Heilige in einer verkürzten Tunika, die die Betrachtenden trotzig anblickt. In der finalen Version wurde das Kleid aber auf eine sittsame Länge unterhalb des Knies geändert. Außerdem traf sie die Entscheidung den Kopf zu neigen, eine für das Gebet weitaus passende, aber auch weniger direkte Pose. Um historische Genauigkeit bemüht, hatte sie für die Darstellung der Rüstung sogar eine originale Rüstung aus dem 15. Jahrhundert aus dem Musée de l’Artillerie ausgeliehen. Die von ihrem Werkmeister Auguste Trouchaud angefertigte Marmorskulptur wurde in Schloss Versailles aufgestellt, wo sie sich noch heute befindet.[19]
Ihr Werk erfreute sich großer Beliebtheit und erntete auf dem Salon von 1837 großes Lob. Es fand weitreichende Verbreitung, nicht zuletzt durch mehrere von Trouchaud angefertigten Repliken in Bronze. Auch zahlreiche preiswerte Verkleinerungen aus Bronze, Eisen und Porzellan begünstigten die Verbreitung dieser Darstellung der Jeanne d’Arc, wie auch an dem Objekt aus der Schell Collection ersichtlich. Ihre Popularität ist wohl auch mit dem frühen Tod der Prinzessin, zu dieser Zeit bereits verheiratete Herzogin von Württemberg, verbunden. Sie verstarb 1839 im Alter von nur 26 Jahren an Tuberkulose. Nach ihrem Tod bat der Bürgermeister von Orléans um eine Bronzereplik für das örtliche Rathaus. Zwei weitere Repliken, eine in Bronze und eine aus Stein, wurden auch für Jeannes Heimatstadt Domrémy-la-Pucelle gefertigt und befinden sich auch heute noch dort.[20]
Text: Julia Stegmann, BA
Bibliografie
Boberg, Jochen: Johanna von Orléans. In: Kirschbaum, Engelbert (Hg.): Lexikon der christlichen Ikonographie 7. Ikonographie der heiligen Innocenz bis Melchisedech. Darmstadt 2015, Sp. 73-78.
Easterday, Anastasia: Labeur, Honneur, Douleur. Sculptors Julie Charpentier, Félicie de Fauveau, and Marie d’Orléans. In: Woman’s Art Journal, Vol. 18, Nr. 2 (Autumn 1997-Winter 1998), S. 11-16.
Gorys, Erhard: Lexikon der Heiligen. München 1997.
Ohler, Annemarie/Ohler, Norbert: Töchter Gottes. Wie Frauen das Christentum prägten. Hünfelden 2012.
Santon, Kate/MyKay, Liz (Hg.): Der grosse Atlas der Weltgeschichte. Von den Ursprüngen bis in das 21. Jahrhundert. Bath, o.J.
Stegmann, Julia: Statuette der Heiligen Jungfrau von Orléans. In: Schell Collection (Hg): Best of Depot. Verborgene Schätze aus der Schell Collection. Ausst.-Kat., Graz 2024, S. 31-32.
Sterckx, Marjan: Women Sculptors and their Male Assistants. A Criticised but Common Practice in France in the long Nineteenth-Century. In: Riviale, L./Luneau, J.-F. (Hg.): L’Invention partagée. Clermont-Ferrand, 2019, S. 125-143. Online verfügbar: https://books.openedition.org/pubp/17978 (Zugriff: 17.06.2026).
Onlinequellen
Abillard, Maëva: Orléans Marie d‘. Découvrez la vie et l’oeuvre de Marie d’Orléans, Ministère de la culture, 04.07.2019, https://www.culture.gouv.fr/thematiques/musees/Les-musees-en-France/les-collections-des-musees-de-france/decouvrir-les-collections/les-femmes-artistes-sortent-de-leur-reserve/icones/Orleans-Marie-d (Zugriff: 17.06.2026).
Dion-Tenenbaum, Anne: Marie d’Orléans, France Archives, 25.10.2022, https://francearchives.gouv.fr/fr/pages_histoire/39502 (Zugriff: 17.06.2026).
Dahesh Museum of Art: Joan of Arc Praying, Princess Marie Christine d’Orléans, Inv. Nr. 2002. 16, https://daheshmuseum.org/portfolio/princess-marie-dorleansjoan-of-arc-praying/ (Zugriff 25.06.2026).
Les Collections Chateau de Versailles: Jeanne d’Arc, Inv. Nr. MV 1854, https://collections.chateauversailles.fr/?permid=permobj_f33c219b-6589-4b31-a5c4-125efef98778#ad04e3e0-755f-4ca0-b77c-dfdf786086cf (Zugriff: 17.06.2024).
Le Joly, Lou: Jeanne d’Arc dans l’art modern et contemporain. In: Balises. Le magazine de la Bpi, 02.01.2023, https://balises.bpi.fr/jeanne-darc-beaux-arts/ (Zugriff: 25.06.2026).
Statues – Hither & Thither: Marie d’Orléans, https://vanderkrogt.net/statues/artist.php?webpage=ST&id=Orleans.Marie_d&object=A&page=1 (Zugriff:17.06.2024).
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Statuette der Jeanne d’Arc, Gusseisen bronziert, Frankreich, 19. Jh. © prismaundkante
Abb. 2-4: Details, © prismaundkante
Abb. 5: Johanna von Orléans in einer historisierten Initiale, Miniatur aus dem späten 19. Jh., zugeschrieben Georges Spetz oder dem sogenannten ‚Spanischen Fälscher‘, Französisches Nationalarchiv, © Wikimedia Commons
Abb. 6: Jules Eugene Lenepveu, Jeanne d’Arc en armure devant Orléans, ca. 1886-1890, Panthéon de Paris, © Wikimedia Commons, Leemage/Corbis via Getty Images
Abb. 7: Jules Eugène Lenepveu, ohne Titel, um 1890, Panthéon de Paris, © Wikimedia Commons
Abb. 8: Die gusseiserne Statuette in der Schell Collection, orange beleuchtet anlässlich der „Initiative Orange the World“, © Schell Collection
Abb. 9: Zeichnung von Clément de Fauquembergue der Jeanne d’Arc in einem Protokoll des Parlaments von Paris, 1429, French National Archives, © Wikimedia Commons
Abb. 10: Ary Scheffer, Portrait de la princesse Marie d’Orléans (1813-1839), duchesse de Wurtemberg, 1837, Musée Condé, © Wikimedia Commons
Abb. 11: Marie d’Orléans/Auguste Trouchaud, Jeanne d’Arc en prière, 1837, Palace of Versailles, Galerie de pierre basse, © Wikiemdia Commons
Abb. 12: Bronzestatue auf dem Place de l’Étape in Orléans, © vanderkrogt.net
[1] Vgl. Stegmann, 2024, S. 31-32.
[2] Vgl. Les Collections Chateau de Versailles: Jeanne d’Arc, Nv. Nr. MV 1854, https://collections.chateauversailles.fr/?permid=permobj_f33c219b-6589-4b31-a5c4-125efef98778#/query/40b1c271-a529-4a8d-810a-1c38b6a91290.
[3] Vgl. Gorys, 1997, S. 147; vgl. Ohler/ Ohler, 2012, S. 153-154; vgl. Boberg, 2015, Sp. 73.
[4] Hier kann angemerkt werden – und aufmerksamen Leserinnen und Lesern ist es vielleicht aufgefallen – dass der Hundertjährige Krieg (1337-1453) anders als sein Name, länger als 100 Jahre dauerte. Der Konflikt zog sich, mit Unterbrechungen, über 116 Jahre.
[5] Vgl. Ohler/Ohler, 2012, S. 154; vgl. Santon/ McKay (Hg.), o.J., S. 109.
[6] Vgl. Ohler/Ohler, 2012, S. 154-156; Gorys, 1997, S. 148; vgl. Boberg, 2015, Sp. 73.
[7] Vgl. Ohler/Ohler, 2012, S. 157-159; Gorys, 1997, S. 148; vgl. Boberg, 2015, Sp. 73.
[8] Ohler/Ohler, 2012, S. 159.
[9] Vgl. Ohler/Ohler, 2012, S. 159-161; Gorys, 1997, S. 148; vgl. Boberg, 2015, Sp. 73.
[10] Vgl. Ohler/Ohler, 2012, S.161-162; Gorys, 1997, S. 148; vgl. Boberg, 2015, Sp. 73-74.
[11] Vgl. Ohler/Ohler, 2012, S. 162-163; Gorys, 1997, S. 148; vgl. Boberg, 2015, Sp. 73-74.
[12] Vgl. Gorys, 1997, S. 147.
[13] Vgl. Boberg, 2015, Sp. 74-75; vgl auch Le Joly, https://balises.bpi.fr/jeanne-darc-beaux-arts/.
[14] Vgl. Dion-Tenenbaum, 2022, https://francearchives.gouv.fr/fr/pages_histoire/39502; vgl. Abillard, 2019, https://www.culture.gouv.fr/thematiques/musees/Les-musees-en-France/les-collections-des-musees-de-france/decouvrir-les-collections/les-femmes-artistes-sortent-de-leur-reserve/icones/Orleans-Marie-d.
[15] Vgl. Dion-Tenenbaum, 2022, https://francearchives.gouv.fr/fr/pages_histoire/39502; vgl. Abillard, 2019, https://www.culture.gouv.fr/thematiques/musees/Les-musees-en-France/les-collections-des-musees-de-france/decouvrir-les-collections/les-femmes-artistes-sortent-de-leur-reserve/icones/Orleans-Marie-d.
[16] Vgl. Easterday, 1997/1998, S. 11.
[17] Vgl. Sterckx, 2019, https://books.openedition.org/pubp/17978.
[18] Vgl. Le Joly, 2023, https://balises.bpi.fr/jeanne-darc-beaux-arts/.
[19] Vgl. Le Joly, 2023, https://balises.bpi.fr/jeanne-darc-beaux-arts/; vgl. Easterday, 1997/1998, S. 15; Les Collections Chateau de Versailles: Jeanne d’Arc, Nv. Nr. MV 1854, https://collections.chateauversailles.fr/?permid=permobj_f33c219b-6589-4b31-a5c4-125efef98778#/query/40b1c271-a529-4a8d-810a-1c38b6a91290; vgl. Stegmann, 2024, S. 32.
[20] Vgl. Dahesh Museum of Art, https://daheshmuseum.org/portfolio/princess-marie-dorleansjoan-of-arc-praying/; vgl. Statues – Hither & Thither, https://vanderkrogt.net/statues/artist.php?webpage=ST&id=Orleans.Marie_d&object=A&page=1.