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Rückblick auf den Österreichischen Museumstag 2025

Das wissenschaftliche Team der Schell Collection war beim diesjährigen 36. Österreichischen Museumstag zu dritt durch Laura Müller, Julia Stegmann und Jasmin Längle in Bozen im schönen Südtirol vertreten. Der Österreichische Museumstag findet jährlich in einem anderen österreichischen Bundesland statt. Nun wurde er jedoch schon zum zweiten Mal in Bozen in Italien ausgerichtet, veranstaltet wurde er von den Teams der Südtiroler Landesmuseen, ICOM Österreich und dem Museumsbund Österreich.

Die Tagung hat am Mittwoch mit der CECA-Konferenz von ICOM begonnen, wobei  sich in diesem Jahr alles um Demokratie drehte. Dabei ging es sowohl um demokratische Prozesse innerhalb der Museen, als auch um das Museum als politische Institution und die Vermittlung von Demokratie.
Das Haus der Geschichte Österreich stellte sein internes Leitbild des Vermittlungsteams vor, welches demokratisch erarbeitet wurde. Das Graz Museum, das sich seit geraumer Zeit als Demokratisches Museum organisiert, steuerte einen Vortrag zu Demokratie-Bildung und der dafür zentralen Rolle des Vermittlungsteams bei. Das Tiroler Ferdinandeum präsentierte sein Festival „Forum Museum“, das neue Perspektiven, Begegnungen und Visionen ermöglichen sollte.
Danach folgten noch zwei Vorträge des Museums Hundertwasser in Wien sowie des Museums der Völker in Tirol und des Frauenmuseums in Hittisau, die sich mit dem Thema Outreach befassten. Dabei ging es vor allem darum, wie Museen mit ihrer Umgebung, ihren räumlichen Standorten und ihrer Nachbarschaft interagieren können.
Auch der OeAD – die Agentur für Bildung und Internationalisierung, das Wien Museum, das Universalmuseum Joanneum, das Stadtmuseum Innsbruck, das MAK in Wien, das KinderKunstLabor St. Pölten, das Dom Museum in Wien und das Museum Arbeitswelt in Steyr stellten ihre aktuellen und vergangenen Projekte zu Demokratisierung im Museum im Rahmen der Vermittlung vor.
Nach den Präsentationen gab es immer eine Diskussionsrunde, in der Fragen an die Vortragenden gestellt werden oder eigene Erfahrungen geteilt werden konnten.
Es war ausgesprochen interessant, Hintergrundinformationen und organisatorische Einblicke zu so vielen und so diversen Projekten zu erfahren, die doch alle durch das Thema der Demokratie vereint waren.

Abends folgte die Verleihung des Österreichischen Museumsgütesiegels. Das Team der Schell Collection ist sehr erfreut, Ihnen an dieser Stelle mitteilen zu dürfen, dass die Schell Collection das Museumsgütesiegel für weitere fünf Jahre verliehen bekommen hat!

© Manuela Tessaro

Am Donnerstag und Freitag fand der Museumstag zum Thema „KI und Digitalisierung im Museum – Wissen demokratisieren, Sammlungen aktivieren“ statt. Die Vorträge und Präsentationen drehten sich um die Anwendung von KI in der Museumswelt und der Digitalisierung von Sammlungen. Der Donnerstag begann mit einer KI-Live-Prompting-Session und der sehr aufschlussreichen Key Note Speech von Klaus Speidel zum Thema „KI im Museum im Spannungsfeld zwischen Vermittlung und Verzerrung“. Am Nachmittag fanden zwei Podiumsdiskussionen mit Expert:innen statt. Die erste fokussierte sich auf Digitalen Humanismus: KI und Ethik, die zweite auf Online-Plattformen, durch die Museen mehr Menschen erreichen können. Den Abschluss des Tages bildeten eine zweite Key Note Speech von Rebecca Kahn zum Thema „Showpiece oder Corpus Delicti? Linked Data in musealen Sammlungen“, die sich kritisch mit der Digitalisierung musealer Sammlungen auseinandersetzte, sowie die Vorstellung diverser Projekte in Museen, die Digitalisierung und KI im Museum schon aktiv leben.
Abends folgte die Verleihung des Österreichischen Museumspreises, den in diesem Jahr das Nordico Stadtmuseum in Linz überreicht bekommen hat.

© Manuela Tessaro

Am Freitag wurden vormittags Neuigkeiten geteilt, beispielsweise wurde die App „Kura:Div“ zur Erleichterung von Inklusion und Diversität im Museum, oder die neue Publikation „Methoden der personalen Vermittlung im Museum“ vorgestellt. Danach ging es um „CultHeRit“, eine Initiative, um Nachwuchskräfte in Museen zu fördern und neue Arbeitsmodelle zu denken. Zuletzt hatten unterschiedliche Firmen, Startups und Arbeitsgruppen die Option, kurze Präsentationen über ihre Projekte zu halten. Hierbei wurden vor allem Multimedia-Guides und Audio-Guides, aber auch Chatbots, KI-Assistenten und partizipative Konzepte für Museen vorgestellt.

Am Abend folgte die Abschlussveranstaltung, das klassisch südtirolerische „Törggelen“, welche nochmals die Gelegenheit bot sich mit anderen Museumsmenschen auszutauschen.

An dieser Stelle möchten wir uns herzlich für die tolle Organisation des Österreichischen Museumstages 2025, sowie die spannenden Vorträge und lehrreichen Workshops bedanken!