Vorstellung
Die Hanns Schell Collection ist das weltweit größte Spezialmuseum für Schlösser, Schlüssel, Kästchen, Kassetten, Truhen, Tresore und Eisenkunstguss.
Auf zur Zeit über 2.500 m² Ausstellungsfläche wird die einzigartige, auf drei Stockwerke aufgeteilte Sammlung präsentiert.
Schloss und Schlüssel dienen vorrangig einem Zweck: Schutz von Hab und Gut vor dem Zugriff durch Unbefugte. Schlösser entwickelten sich aus dem Zusammenspiel von technischer Erfindung mit handwerklichem Können.
Die äußeren Formen der Schlösser oder Schlüssel wurden mit den Stilmerkmalen der jeweiligen Epoche verziert und dekoriert. Aber nicht nur die rein dekorative Form lässt Schlüsse auf das Entstehungsjahr zu, auch die technische Entwicklung bietet Hinweise zur Datierung.
Ziel dieser Ausstellung ist es, dem Besucher zu vermitteln, welche technische Schönheit und Kunstfertigkeit einzelne Schlösser und Schlüssel, durch die Hand der Meister und Gesellen, erhalten können.
Im Museum werden die drei Hauptschloss-Systeme, das Schubriegelschloss, das Fallriegelschloss und das Drehschloss werden epochemäßig in ausgewählten Beispielen gezeigt. Zusätzlich wird die Technik der Schlösser durch Zeichnungen erklärt und dargestellt.
Meister- und Gesellenstücke fallen durch außerordentlich reiche Verzierung und eine komplizierte Technik auf. Zusätzlich sind sie häufig datiert oder mit Inschriften versehen.
Die Entwicklung der Schlösser ist natürlich untrennbar mit den passenden Schlüsseln verbunden. Schlüssel, von Truhen- oder Möbelschlössern, die keine „Schauseite“ haben, sind durch reich geschmückte Reiden (Schlüsselgriffe) erkennbar. Vom Bart des Schlüssels kann man auf das Schloss Rückschlüsse ziehen. Neben den Tür- und Möbelschlössern sind auch Vorhangschlösser ausgestellt. Unter all diesen Stücken befinden sich hervorragende Meister- und Gesellenstücke.
Der Wunsch des Menschen, wichtige Dinge abzuschließen, verbindet das Schloss mit diesem kleinen Möbeln – einem wichtiger Teil der angewandten Kunst. Schlösser auf Kassetten, Truhen und Kästchen zeigen ein Anwendungsbeispiel dieser Technik. Unterschiedliche Materialien wie Holz, Elfenbein, Silber, Eisen, Schildpatt oder Messing, teilweise auch miteinander kombiniert, zeigen die Kästchen aus den bedeutendsten Kunstzentren Europas. Truhen mit großem Riegelwerk im Inneren präsentieren in hervorragender Arbeit die Verbindung von dekorativem Möbel mit großer Sicherheit.
Untrennbar mit Schloss und Schlüssel sind die Beschläge und Türklopfer verbunden. Beschläge sichern die Tür zusätzlich oder helfen dem Schlüssel in das Schloss zu finden. Daneben haben sie großen dekorativen Stellenwert. Türklopfer sind neben dem Schloss eine Barriere an der Türe, mit deren Hilfe ein Besucher auf sich aufmerksam machen konnte.
Ein Teil der Ausstellung widmet sich der außereuropäischen Kunst. Schlösser, Schlüssel, Beschläge und Kassetten aus Afrika und Asien bieten Einblicke in die Ornamentik und Technik anderer Länder, wobei neben technischen Entwicklungen wie dem Spreizfedernschloss, auch Parallelen bei Schließsystemen ins Auge fallen.
Die Hanns Schell Collection hofft mit dieser Ausstellung einen Teilbereich der angewandten Kunst des täglichen Lebens deutlicher in das Bewusstsein sowohl der Benutzer, als auch der Museumsbesucher zu rücken.











